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PSA-TEST NACH STUDIEN IN DER DISKUSSION

(25.03.2009) Prostata-Krebs: Eine praxistaugliche Alternative für den Bluttest ist noch nicht gefunden

Zwei große Studien in den USA und Europa haben erneut eine Debatte entfacht über den PSA-Test. Wie sinnvoll ist diese Untersuchung bei Männern im Rahmen der jährlichen Früherkennung? Der PSA-Test ist ein Bluttest mit spezifischer alleiniger Aussage über das Organ Prostata, wobei nicht nur eine bösartige Entartung, sondern auch eine gutartige, altersbedingte Vergrößerung wie auch entzündliche Veränderungen des Organs differenziert werden müssen. Pro Jahr erkranken in Deutschland mehr als 58.000 Männer neu an einem Prostatakarzinom und über 11.000 sterben daran. Der Streit der Experten entzündet sich an der Frage, ob bei einer Früherkennungsuntersuchung nicht nur eine Tastuntersuchung gemacht, sondern als Screening grundsätzlich der PSA-Wert mitbestimmt werden soll. Die alleinige Tastuntersuchung ist wenig aussagekräftig, da nur oberflächlich tastbare Veränderungen ab einer gewissen Größe erfasst werden und somit nur selten Frühstadien der Erkrankung mit Aussicht auf eine Heilung. Der PSA-Test wiederum hat den Nachteil, dass die exakte Feststellung eines bösartigen Tumors nicht sicher bestimmbar ist. Auch deshalb waren die Krankenkassen bisher nicht bereit, die Kosten dafür zu übernehmen. Und deshalb wird in der Forschung an Test-Alternativen gearbeitet. Anfang Februar wurde in den USA ein Urintest auf Sarkosin vorgestellt, der ein besserer Indikator für das Risiko des Vorliegens eines fortgeschrittenen Krebses sein soll als der PSA-Test. Er steht allerdings noch nicht zur Verfügung. Auch werden vermehrt neuere Tests im Urin auf molekulargenetischer Basis (PCA3-Test, DiaPat-Test) angeboten. Alle diese Untersuchungen sind Ergänzungen, die aber durch zu geringe Fallzahlen und hohe Kosten für den Patienten (PSA 20 €, Genteste 330 €, Sarkosin €?) noch nicht entscheidend weiterhelfen.

Die Studien aus den USA (mit 77.000 Männern) und aus Europa (mit 160.000 Männern) konnten keine endgültige Klärung herbeiführen. Bei der USA-Studie gab es keinen signifikanten Unterschied der Prostatakrebs-Todesraten zwischen dem jährlichen PSA-Screening und der Kontrollgruppe nur mit Tastuntersuchung. Die Europa-Studie ergab zwar eine um 20% niedrigere Todesrate im Vergleich zur Kontrollgruppe, allerdings mit einer deutlich höheren Rate an Fehl- bzw. Überdiagnosen durch die vermehrten Gewebeuntersuchungen. Damit stieg in der Screening-Gruppe auch die Zahl nicht aggressiver Prostatakarzinome, die eigentlich nicht hätten behandelt werden müssen. Denn radikale Maßnahmen, Operation oder Bestrahlung, bergen(eine Prostata-OP birgt) stets auch das Risiko von Komplikationen (Impotenz oder Harnwegsprobleme).

Die Suche nach dem idealen Tumormarker der Prostata wird also weitergehen. Bis dahin bleibt der PSA-Test ein kostengünstiger Organmarker, der für den Urologen eine wertvolle diagnostische Hilfe bei Erkrankungen der Prostata darstellt. Nur das wohl überlegte Abwägen aller Informationen hilft, dem Patienten die bestmögliche Beratung zur Auswahl einer optimalen Therapie zukommen zu lassen.

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