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HARNDRANG IM ALTER

(25.10.2010) Weniger müssen müssen. So verspricht manche Werbung Hilfe bei häufigem Harndrang. Das Leiden, über das kaum jemand spricht, betrifft viele Menschen, vor allem Ältere. Mit zunehmendem Alter sind ab dem 60. Lebensjahr bereits ein Fünftel der Männer und ein Drittel der Frauen mit steigender Tendenz betroffen. Viele behelfen sich mit Einlagen, Windeln oder sogar Handtüchern, bevor sie zum Arzt gehen. Das muss nicht sein. Das Wichtigste für einen Betroffenen wäre, sich einem Arzt des Vertrauens zu offenbaren, um ein Leben mit möglicher Geruchsbelästigung, Einlagen und Isolation zu verhindern. Je eher über vermehrte Beschwerden gesprochen wird, desto besser sind die Chancen, die Lebensqualität im zunehmenden Alter zu erhalten. Dem widmet sich auch ein neues Programm „Gesundheit im Alter", das auf dem Deutschen Urologenkongress in Düsseldorf vorgestellt wurde und gefördert wird von der Uni Bochum und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Es soll bei Mehrfach- oder chronischen Erkrankungen eine Behandlung zum Altern in Würde ermöglichen.

Die Kennzeichen einer überaktiven Blase sind häufiges Wasserlassen, tags und nachts, mit oder ohne Urinverlust, und/oder in Verbindung mit überfallartigem Harndrang. Der Arzt wird die genaue Vorgeschichte aufnehmen, ein Protokoll über die Häufigkeit des täglichen Wasserlassens anlegen und mit einfachen Untersuchungen klären, ob eine organische Störung auszuschließen ist. Wichtig ist es, trotz der Angst vor dem Harndrang die Trinkmenge zu steigern und gezieltes Beckenbodentraining einzuüben. Auch eine Physio- und Verhaltenstherapie kann helfen. Medikamente sollten nur in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden. Denn zum einen muss geklärt sein, ob die Ursache in der Blase liegt oder in der Prostata. Zum anderen nehmen viele Betroffene bereits verschiedene Medikamente für viele andere Erkrankungen ein, somit sind leicht Nebenwirkungen und Wechselwirkungen möglich, die zu erneuten negativen Begleiterscheinungen führen können. Immerhin können heutzutage Präparate eingesetzt werden, die nicht die Blut-Hirn-Schranke überwinden und die die Fahrtüchtigkeit im Verkehr nicht beeinflussen. Durch eine verzögerte Freisetzung kann zudem die Tablettenmenge pro Tag reduziert werden.

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